Alles musste raus aus dem Ludwig-Steil-Haus

HERNE – Ein letzter und etwas trauriger Akt in der 105-jährigen Geschichte des Ludwig-Steil-Hauses der Kreuzkirchengemeinde hat sich am 26. Januar mit einem Ausverkauf des beweglichen Inventars abgespielt. „Alles muss raus“, stand da auf einem Pappschild am Haupteingang zu lesen. Im Gebäude lagerten mehrere tausend Dinge vom Teelöffel bis zu schuhkartongroßen Wälzern, einer abgegriffenen Bibel in englischer Sprache aus dem Jahre 1834 Kühlschränken, Mobiliar oder einem Klavier.

Gemeindemitarbeitende in Warnwesten schwenkten Kartons mit Einwurfschlitz. Denn all die Dinge wurden gegen eine Spende abgegeben. Zu den ersten Kunden des ungewöhnlichen Flohmarktes zählten Abgesandte eines Akkordeon-Orchesters, das sich 35 Holzstühle sicherte – als Ersatz für bisher benutzte, schon etwas altersschwache Sitzmöbel. Im Laufe des Vormittags fanden sich Interessenten für zwei metallene Kleintore ein, benutzbar für Hockey und Kleinfeldspiele. Zwei Küchenzeilen waren bereits zuvor demontiert worden.

Ab 16 Uhr standen größere Dinge zur Versteigerung an – beispielsweise der Schreibtisch von Pfarrerin Dr. Christiane Saßmann, die lange in der Kreuzkirchengemeinde gewirkt hat (für 20 Euro abgegeben), eine Kommode und das Klavier. Letzteres fand zwei Interessenten, die jedoch angesichts des Gewichts einen Rückzieher machten. Auktionsleiterin Pfarrerin Melanie Jansen lud ab 17 Uhr zur kostenlosen Mitnahme aller übriggebliebenen Dinge ein, und ab 18 Uhr konnten auch Profihändler alles außer Heizköpern, Deckenleuchtern und Feuerlöschern mitnehmen. Krankenhausseelsorgerin Katharina Henke bezifferte die Bareinnahmen auf etwas über 1000 Euro. SI