"Wir vermissen es, einfach in die Schule zu gehen!"

HERNE – In loser Reihe fragen wir verschiedene Menschen nach ihrer Meinung zu Corona, den Maßnahmen und den Folgen. Zuletzt haben wir die Grundschüler Henri und Max befragt. Beide werden neun Jahre alt und gehen zusammen in die dritte Klasse. Eigentlich machen sie zweimal in der Woche gemeinsam Judo - jetzt machen sie vormittags gemeinsam Hausaufgaben. Die Eltern wechseln sich dabei ab. Wir wollten von ihnen wissen, wie sich Corona in ihrem Alltag bemerkbar gemacht hat.

UK: Henri, Max - wie fühlt es sich für Euch grad an, dass ihr zu Hause lernt und nicht in die Schule gehen könnt?

Henri: Für mich fühlt es sich nicht schön an, weil man die Schulfreunde nicht sieht und auch nicht die Lehrerin. Ich vermisse es, einfach in die Schule zu gehen und dort zu lernen. Das ist zu Hause einfach blöd.
Max: Genau, wie Henri gesagt hat. Ich find´s doof. Mir fehlen die Schulfreunde und dass meine Lehrerin die Sachen erklärt. Ich habe letzte Woche das Elfchen (Gedicht) gar nicht richtig verstanden. Da haben mir die Erklärungen gefehlt, also so an der Tafel und mit den anderen Kindern zusammen. Doch dieses Mal ist es auch besser, weil ich mit Henri zusammen lerne. Das macht mehr Spaß. Das ist mir letztes Jahr sehr schwer gefallen, immer alleine Hausaufgaben machen zu müssen. Meinen besten Freund Henri habe ich da nur selten gesehen.
 

UK: Und warum ist es zuhause manchmal blöd? Nervt es, weil die Eltern vielleicht schneller gestresst sind, weil sie arbeiten müssen und ihr daheim seid und „unterrichtet werden“ müsst?

Henri: Nein, das ist okay. Doch zu Hause kann man eben nicht so viel machen, wie in der Schule.
Max: Ja! Meine Eltern sind strenger als Frau Müller, meine Lehrerin.
 

UK: Am Nachmittag kann ja auch wieder kein Sport stattfinden. Fehlt Euch das?

Henri: Judo fehlt mir auf jeden Fall! Und mein Schwimmkurs.
Max: Ja, mir fehlt auch Judo. Mir fehlt, dass ich nicht mehr in der Halle mit meinen Trainern und den anderen Kindern sein kann.

 

UK: Viele Kinder telefonieren und skypen mit Ihren Großeltern. Wie macht ihr das?

Henri: Oma Helga ist engste Familie, die sehe ich. Die anderen wohnen weiter weg, mit denen telefoniere ich.
Max: Besuchen geht eher nicht, weil meine Großeltern schon älter sind. Das fehlt mir.

 

UK: Was ist gut daran, dass Ihr mehr zu Hause seid bzw. gibt es etwas, das Ihr gut findet?

Henri + Max: Schon, man hat viel mehr Zeit. Mit Schule ist man immer so lange unterwegs.
 

UK: Was wünscht Ihr Euch?

Henri + Max: Dass das Corona (-Virus) endlich weg geht. Weil viele Leute sterben ja auch. Und dass wir wieder in die Schule gehen können.


UK sagt „Vielen Dank!“