Noch nie so viele Sterbebegleitungen wie 2025

Herne. Das Jahr 2025 schließt der Ambulante Hospizdienst Herne mit der höchsten Zahl an Begleitungen in seiner über 25-jährigen Geschichte ab. Mehr als 100 Frauen und Männer haben die ehrenamtlichen Zeitschenkerinnen und Zeitschenker in ihrer letzten Lebensphase ambulant begleitet – zuhause, im Krankenhaus oder in stationären Einrichtungen der Altenhilfe. Die Anzahl der Engagierten wird langsam knapp, alle Hoffnungen setzt der Hospizdienst nun auf den Einsteigerkurs ab 22. Januar. Aktuell stehen dem Hospizdienst rund 60 Ehrenamtliche für ambulante Sterbebegleitungen zur Verfügung. Trotzdem wird es immer häufiger eng, denn Zeitschenkende sollten in der Regel nur eine Begleitung zur gleichen Zeit übernehmen, in Ausnahmefällen maximal zwei, um eine Überlastung zu vermeiden. Wie lang eine Begleitung dauert, lässt sich nicht vorhersagen: Manchmal endet sie schon nach wenigen Tagen oder Wochen, in anderen Fällen dauert sie über viele Monate an. 
Zu Beginn einer neuen Begleitung achten die drei Koordinatorinnen des Hospizdienstes deshalb sorgfältig darauf, dass die Zeitschenkerin oder der Zeitschenker gut zu dem schwerstkranken Menschen und seinen Angehörigen passt. Dieses individuelle „Matching“ ist von großer Bedeutung für das gegenseitige Vertrauen. Je größer die Auswahl an Ehrenamtlichen, desto passgenauer die Verbindung. „Angesichts der steigenden Nachfrage sind wir dringend darauf angewiesen, weitere Menschen zu gewinnen, die sich für die ambulante Sterbebegleitung interessieren“, sagt Karin Leutbecher, Koordinatorin beim Ambulanten Hospizdienst. „Wer im neuen Jahr ein Ehrenamt sucht, das Sinn stiftet und Erfüllung schenkt, ist bei uns an der richtigen Adresse.“

Der neue Vorbereitungskurs beginnt am Donnerstag, 22. Januar, im Gemeindezentrum Herz Jesu an der Düngelstraße 34 in Herne-Mitte. Er vermittelt in zwei Teilen über fast 100 Unterrichtsstunden alle notwendigen Kenntnisse für die ehrenamtliche Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen im eigenen Zuhause, im Krankenhaus oder im Heim. Einige Teile des Kurses werden im Online-Format angeboten. Nach dem Abschluss des ersten Kursteils können die Zeitschenkerinnen und Zeitschenker auf Wunsch und in Begleitung bereits in die praktische Arbeit einsteigen.
Die Themen des Kurses sind breit gefächert: Sie reichen von Hospizidee und Kommunikation über Demenz und Spiritualität bis hin zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer. Eine weitere Neuerung: Viele Unterrichtseinheiten finden am Nachmittag statt. Als zertifizierter Bildungsträger unterstützt die Evangelische Erwachsenenbildung den Kurs fachlich und organisatorisch. Die Kursgebühr beträgt 100 Euro und kann nach Aufnahme der ehrenamtlichen Tätigkeit erstattet werden.

Anmeldungen nimmt der Ambulante Hospizdienst per E-Mail (info@hospizdienst-herne.de) oder telefonisch (02323 - 98 82 90) entgegen.

 

  • Gut vorbereitet ins Ehrenamt: Der neue Einführungskurs in die ambulante Sterbebegleitung beginnt am 22. Januar im Gemeindezentrum Herz Jesu. Anmeldungen sind ab sofort möglich. FOTO: HOSPIZDIENST