Seit 50 Jahren „Heimstatt“ für Kinder

Seit 50 Jahren „Heimstatt“ für Kinder

Die Kindertagesstätte am Evangelischen Krankenhaus Herne feierte am 20. Juni mit Familien, Ehemalige, Freunde und Nachbarn ein Jubiläumsfest.

Die Kindertagesstätte am Evangelischen Krankenhaus Herne rief – und mehr als 400 kleine und große Gäste sind gekommen! Anlässlich des 50-jährigen Bestehens verwandelte sich eine der größten evangelischen Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen am 20. Juni einen sonnigen Samstag lang in eine kunterbunte Spiel- und Spaßlandschaft für Familien, Ehemalige, Freunde und Nachbarn.
„Willkommen im Wolkenkuckucksheim!“ Mit diesen Worten hatte Pfarrer Götz Kratzenstein, der damalige Theologische Geschäftsführer der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne/ Castrop-Rauxel, 1976 vor der Eröffnung die zarte Farbgestaltung der neuen Kindertagesstätte kommentiert. Die Erzieherinnen hatten sie eigenhändig in Pfirsich, Rosa und Gelb auf die Wände getupft. Unter Leitung von Gabriele Riddermann nahm die Kita vor 50 Jahren ihre Arbeit auf, um die Kinder der Mitarbeitenden des EvK Herne und anderer Beschäftigten auf ihrem Weg ins Leben zu begleiten. 
Als freie Träger verbanden sich damals der Evangelische Kirchenkreis Herne und die Hiberniaschule zu gemeinsamer pädagogischer Arbeit. Die Gründungsurkunde, die heute einen Ehrenplatz im Foyer der Kita hat, formulierte das Ziel, Kinder an Leib, Seele und Geist so zu erziehen, dass sie später in Freiheit denken, urteilen und handeln. Rasch wuchs die Einrichtung auf sieben Gruppen an. Bis 2010 orientierte sich das Konzept der Einrichtung an der Waldorf-Pädagogik, heute folgt die Einrichtung dem bedürfnisorientierten Ansatz mit den Schwerpunkten Religionspädagogik, Partizipation und Lebenspraxis. Aktuell werden 130 Kinder aus 16 Nationen von einem multiprofessionellen Team aus 27 Mitarbeitenden unter Leitung von Yvonne Rodriguez und Norina Fichtner betreut. Jeder Gruppe stehen drei bis vier Räume zur Verfügung, ergänzt durch ein parkähnliches Außengelände mitten in der Stadt.
„1976 begann eine neue Zeitrechnung, denn eine Kita an einem Krankenhaus war etwas Besonderes,“ sagte Pfarrer Frank Obenlüneschloß, Theologischer Direktor des EvK Herne und Vorsitzender des Kita-Vereins, bei der Eröffnung des Fests. Die Einrichtung sei von Anfang an ein Erfolgsmodell gewesen, der Trägerverein habe die Arbeit stets zum Wohle der Kinder, der Eltern und der Mitarbeitenden unterstützt. Weil zu einem Geburtstag auch Geschenke gehören, übergab der Vereinsvorsitzende zwei „Wellenspieler“. Die Wasserspielgeräte werden in den Zwischengärten der Kita den Kids nicht nur im heißen Sommer 2026 viel Freude machen.

Die Grüße der Stadt und des Oberbürgermeisters Dr. Frank Dudda, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, überbrachte Bürgermeisterin Bettina Szelag. Sie zitierte aus der Gründungsurkunde: „Im Text wird der Begriff ,Heimstatt‘ erwähnt. Dieses schöne, alte Wort beschreibt einen Ort, an dem Kinder sich zu Hause fühlen und dazugehören. Auch wenn heute die Rahmenbedingungen für das Arbeiten in einer Kita nicht immer leicht sind, sorgen die Mitarbeitenden hier jeden Tag mit großem Engagement dafür, dass Kinder verlässliche Bezugspersonen haben, sich entfalten können und ihre Familien Unterstützung finden. Für diesen wertvollen Einsatz möchte ich dem Team heute herzlich danken.“

Bevor sie den Startschuss für das bunte Programm mit Kinderkarussell, Gesang, Theaterspiel und kreativen Spielen gab, blickte Yvonne Rodriguez, Kita-Leiterin seit 2022, nach vorn: „50 Jahre bedeuten Kontinuität und Wandel. An diesem Ort wollen wir Bildung kindgerecht und inklusiv weiterführen. Das gelingt durch Werte wie Respekt, Empathie und Offenheit. Ich freue mich darauf, das nächste Kapitel unserer Geschichte gemeinsam zu schreiben.“

Rodriguez gab die bestandene Rezertifizierung zum Familienzentrum bekannt und kündigte zum Jahresende das Audit zum Evangelischen BETA-Gütesiegel für hohe pädagogische Standards und christliches Profil an. Yvonne Rodriguez: „Diese Kita hat Zukunft!“

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