Soest. Mit Vertreterinnen aus den Stadtverbänden der Frauenhilfen des Ruhrgebietes, unter anderem aus Bochum und Herne, hat die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen ihr 120-jähriges Jubiläum mit dem Duo „2Flügel“ am 15. Oktober in der Soester Sankt Petrikirche gefeiert. Nach einem Festempfang am Morgen und der Mitgliederversammlung in der Kapelle der Frauenhilfszentrale am Feldmühlenweg, füllten abends viele Frauen und Gäste aus Westfalen den Kirchenraum in der Soester Altstadt.
Mit ihrem Programm „Goldzwanziger“ boten Christina Brudereck und Ben Seipel einen musikalischen Rückblick auf 120 Jahre Verbandsgeschichte, von der Gründung im Jahr 1906 bis in die Gegenwart. Beide machten mit ihren Beiträgen auf unterhaltsame Weise deutlich, wie Frauenhilfe an der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung teilgenommen und sie mitgestaltet hat.
Bei ihrer Darbietung unter dem großen Erntekranz in der stimmungsvollen Atmosphäre des romanischen Kirchenraumes kam auch die große Dankbarkeit für die aktive Präsenz und das ehrenamtliche diakonische Wirken der Frauen in Kirche und Gemeinde zur Sprache.
Christina Brudereck erinnerte bei ihrem Rückblick auf die 1930er Jahre an die Soester Entschließung, mit der sich die Westfälische Frauenhilfe auf die Seite der Bekennenden Kirche stellte und die Nationalsozialisten versuchten, die Frauenhilfen aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen. Einzelne Gruppen und Frauen hätten damals Mut und Haltung gezeigt. „Es kam zu einer Spaltung, bei der etwa zehn Prozent der Frauen zum Deutschchristlichen Frauendienst wechselten“, so Brudereck. „Doch der Frauenhilfe und ihren Leitungen gelang es, sich zu behaupten.“
Ben Seipel fasste die Hauptbotschaft des Festtages mit seinem Lied vom Licht zusammen: „Wenn Alles, was vor dir liegt, am Ende den Sinn ergibt, dann scheint durch die Dunkelheit am Ende das Licht!“ Beide Künstler verabschiedeten sich von der Festtagsgemeinde mit dem Gruß. „Danke, liebe Frauenhilfe!“ HHB