Herne. Am 10. September haben die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden vor der Kreuzkirche in Herne für Vielfalt und Toleranz gebetet. Anlass der interreligiösen Veranstaltung war der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt am 6. September.
Pfarrer Björn Knemeyer aus der evangelischen Petrus-Kirchengemeinde stellte in seiner Ansprache die Gottebenbildlichkeit eines jeden Menschen – unabhängig von seiner Herkunft, Nationalität oder Leistungsfähigkeit – dem völkischen Nationalismus der rechtsextremen Partei entgegen. Ibrahim Nazik, Imam der islamischen Gemeinde Röhlinghausen, betonte, dass Gott alle Menschen in ihrer Verschiedenheit geschaffen habe. „In unserer Gesellschaft muss daher für jede und jeden Platz sein“, sagte er.
Diakon Joakim Bull aus der katholischen Gemeinde St. Dionysius bat im Fürbittengebet um die Achtung der Würde aller Menschen, Pfarrerin Melanie Jansen aus der Kirchengemeinde Haranni segnete die Anwesenden und Kreiskantor Wolfgang Flunkert sorgte für die musikalische Gestaltung. Rund 250 Männer und Frauen – manche mit ihren Kindern – waren gekommen. „Wir haben uns gefreut, dass es so viele waren“, sagte Pfarrerin Jansen. Im Anschluss gingen sie alle zusammen zum Robert-Brauner-Platz, wo das Bündnis Herne eine Demonstration gegen Rechtsextremismus organisiert hatte. AR