Gehör finden bei „unmöglichen Anliegen“

Gehör finden bei „unmöglichen Anliegen“

Evangelische und Katholischen Kirchengemeinden in Wanne-Eickel präsentieren ein niedrigschwelliges Beratungsangebot

 

Wanne-Eickel. „Beratung für unmögliche Anliegen“ finden Menschen in Wanne-Eickel seit Anfang August jeden Mittwoch von 13 bis 16 Uhr in dem buten Container vor der St. Laurentiuskirche an der Hauptstraße 317 in Wanne-Eickel. Unter diesem Motto steht ein neues Angebot der Evangelischen Kirchengemeinde Wanne-Eickel und der Katholischen Kirchengemeinde St. Christophorus. Es richtet sich an Menschen, die ein Anliegen haben und nicht wissen, wo sie damit hingehen können.

Wer einfach ganz allgemein reden möchte über seine Gedanken, Vorhaben oder Träume ist hier ebenso willkommen wie Menschen, die in einer schwierigen Lebenssituation sind. Wer sich krank fühlt und sich nicht traut, (allein) zum Arzt zu gehen findet ebenso Unterstützung wie jemand, der lernen möchte zu beten. Wer ein Anliegen hat und nicht weiß, welche Behörde zuständig ist, oder wer bereits erfolglos Behörden aufgesucht hat, kann hier Rat finden. Auch wer auf Missstände in seinem Umfeld aufmerksam machen möchte, kann hier seine Beobachtungen weitergeben.

„Es spielt keine Rolle, wie ungewöhnlich, persönlich, klein oder groß ein Anliegen ist und aus welchem Lebensbereich es kommt“, sagt Pfarrerin Dr. Zuzanna Hanussek, die zusammen mit ihrem katholischen Kollegen Pastor Wolfgang Rösner und einem Team aus Ehrenamtlichen im Container ansprechbar ist. Jede und jeder sei willkommen – bei dem Anliegen dürfe es um etwas ganz Konkretes gehen, um eine Idee, einen Wunsch, eine Sorge, eine Sehnsucht oder um etwas, das sich zunächst schwer in Worte fassen lässt. „Wir hören zu, fragen nach, denken mit und suchen gemeinsam nach Möglichkeiten“, ergänzt die Pfarrerin. „Dabei muss nicht von Anfang an feststehen, was gebraucht wird oder ob es überhaupt eine Lösung gibt.“

Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Beatrix Jungmann freut sich, ihre langjährigen Erfahrungen aus eigener Beratungstätigkeit einbringen zu können. „Es ist mir wichtig, Menschen zuzuhören, sie wahrzunehmen und auch bei ‚unmöglichen‘ Anliegen zu unterstützen.“ Nurten Özcelik ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich aktiv. „Dabei erlebe ich immer wieder, dass Bürgerinnen und Bürger mit ihren Problemen zu mir kommen, weil sie nicht wissen, wohin sie sich wenden können“, sagt sie. „Deshalb mache ich bei der ‚Beratung für unmögliche Anliegen‘ mit. Ich möchte für Menschen da sein, die mit ihrem Anliegen sonst nicht wissen, wohin sie gehen können. Ich höre zu, nehme sie ernst und versuche gemeinsam mit ihnen herauszufinden, welcher Weg für sie möglich sein könnte.“ Manchmal führe der Weg zu einem Menschen, einem Ort oder einer Einrichtung, die weiterhelfen kann. „Oder es entsteht eine unbürokratische Idee, wie ein Problem zu lösen ist“, - und manchmal ist es zunächst einfach wichtig, dass jemand da ist, der zuhört“, so Hanussek. AR

 

Nurten Özcelik, Pfarrerin Dr. Zuzanna Hanussek und Beatrix Jungmann (von links) beraten im Container vor der St. Laurentiuskirche in Wanne-Eickel bei „unmöglichen Anliegen“. FOTO: GÜNTER MYDLAK

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