Illuminierte Kirche beim Harry Potter Gottesdienst

„Auch Glaube muss eingeübt werden“

Rund 350 Menschen aus den Kirchengemeinden Haranni und St. Dionysius feierten einen ökumenischen Harry-Potter-Gottesdienst

Herne. Am 28. Februar haben die Evangelische Kirchengemeinde Haranni und die Katholische St. Dionysius-Gemeinde einen ökumenischen Harry-Potter-Gottesdienst gefeiert. Er fand statt in der als Zauberschule Hogwarts geschmückten Herz-Jesu-Kirche an der Düngelstraße in Herne. Weit über 300 Fans der Figur aus den Romanen von Joanne Rowling waren in die gekommen – zum Teil in entsprechender Verkleidung.

Drei Passagen aus dem dritten Band der Reihe „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ wurden von Pastoralreferentin Bettina Aust vorgelesen und mit biblischen Motiven in Verbindung gesetzt. In der Geschichte geht es für Harry Potter darum, die Geister seines Gegenspielers Lord Voldemort, die von Harrys Angst leben, mit Hilfe des Patronuszaubers, des stärksten Verteidigungszaubers der Welt, zu entmachten. Um den Patronuszauber zu entfachen, muss Harry Potter sich an glückliche Erlebnisse erinnern, was ihm nicht auf Anhieb gelingt.

Zunächst wird er von den Geisterwesen so überrascht, dass ihm bei der Konfrontation mit ihrem Wirken der Tod seiner Eltern einfällt, den Lord Voldemort zu verantworten hat. Harry Potters Gefühlswelt wurde illustriert durch Genesis 1,1 – das Chaos am Beginn der Schöpfungsgeschichte. Harry braucht nun neue Energie, die er sich mit dem Verzehr von Schokolade holt – an dieser Stelle kamen auch die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes in den Genuss dieser Süßigkeit. Harry muss sich bewusst an Schönes erinnern, was einiges an Übung erfordert. An dieser Übung teilzunehmen, waren die Gottesdienstbesucher eingeladen. Und weil es ein Segen ist, wenn einem Gutes widerfährt, sprachen sie sich gegenseitig einen Segen zu. Als Harry Potter sich zuletzt an seine Eltern erinnert, kann der Patronuszauber seine Kraft entfalten. Im Gottesdienst tauchte er als Stelzenläuferin auf – verkörpert von Pauli aus dem Zirkus Schnick-Schnack. Auch Glaube müsse eingeübt werden, wie man von Petrus lernen könne, sagte Pfarrerin Melanie Jansen. Auf seinem Weg über das Wasser zu Jesus sinkt Petrus, als er das Vertrauen verliert. Als er ruft „Herr, hilf mir!“ entzündete sich das Licht des Kreuzes, an dem Christen sich orientieren können, um im Leben nicht den Halt zu verlieren.

Neben Bettina Aust und Melanie Jansen war Pfarrerin Katja Lueg als Liturgin beteiligt. Für die musikalische Gestaltung sorgten Kreiskantor Wolfgang Flunkert an der Orgel und ein Streicherkreis aus dem Kammerorchester der Kreuzkirche. Für die Gestaltung des Kirchraums, den Verkauf von Butterbier, anderen Getränken und Snacks zeichnete ein Team von Ehrenamtlichen verantwortlich, zu denen auch Kai Wiemers gehörte, der für die Illumination sorgte. AR

 

  • Pastoralreferentin Bettina Aust las aus „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“
  • Kreiskantor Wolfgang Flunkert (hier mir Ute Freiberg) sorgte…
  • …zusammen mit Mitgliedern des Kammerorchesters der Kreuzkirche für die musikalische Gestaltung.
  • Die Herz-Jesu-Kirche präsentierte sich als Zauberschule Hogwarts. FOTOS: GÜNTER MYDLAK

 

 

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