Partnerschaft braucht strukturierten Neustart

Partnerschaft braucht strukturierten Neustart

Für die Fortführung der Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Bukavu (DR Kongo) werden Ehrenamtliche für eine Steuerungsgruppe gesucht.

Der Kirchenkreis Herne und der Kirchenkreis Bukavu im Osten der Demokratischen Republik Kongo unterhalten seit 45 Jahren eine Partnerschaft. Pfarrer i.R. Martin Domke hat Anfang der 1990er Jahre mit seiner Familie als letzter aus dem Kirchenkreis Herne Entsandter dort gelebt und gearbeitet. Sollte er eigentlich die Ausbildung von Theologinnen und Theologen oder beim Aufbau von Schulen oder Kindergärten unterstützen, ging es bald während des Krieges und der Katastrophe des Völkermordes nurmehr um humanitäre Hilfe. Die Situation vor Ort sorgte dafür, dass Martin Domke mit seiner Familie im Jahr 1994 zurückkehren musste.

In seiner Zeit als Geschäftsführer des Eine Welt Zentrums im Kirchenkreis Herne hat Domke sich nachhaltig für die Partnerschaft engagiert. Seine zahlreichen persönlichen Kontakte ermöglichten ihm regelmäßige Besuche in das von Krieg und Krisen erschütterte Land. Seit der Pensionierung des nun fast 70-Jährigen vor rund fünf Jahren beschäftigt sich der Kirchenkreis mit der Frage, wie die Partnerschaft zukünftig gestaltet werden kann. Der Kreissynodalvorstand sieht zwei Optionen für die Fortführung der Partnerschaft mit Bukavu: Die erste Option wäre, dass sich bis zum 29. April mindestens sechs Ehrenamtliche für die Steuerungsgruppe finden. Oder – so die zweite Option –, sollten sich keine sechs Ehrenamtlichen finden: Der Kirchenkreis führt die finanzielle Solidarität fort, wobei die Synode das Budget festlegen müsste.

Auf einem Infotreffen am 11. März hat eine „Arbeitsgemeinschaft Bukavu“ mit Pfarrer i.R. Martin Domke, Martina Abendroth, Pfarrer Sven Teschner, Annette Pfaff und Monika Bölke Ideen zu Aufgaben der Steuerungsgruppe vorgestellt. Drei- bis viermal pro Jahr soll sich die Gruppe treffen, um eine Überforderung zu vermeiden. Reisen sollen projektbezogen aus dem Kirchenkreis-Haushalt finanziert werden. Direktpartnerschaften zwischen einzelnen Gemeinden sollen die Partnerschaft bereichern, wobei der Fokus auf Jugendliche /Junge Erwachsene ab 18 Jahre gerichtet sein soll. Projektideen sind Musikaustausch, digitale Treffen zwischen Konfirmandengruppen oder Frauenhilfen.

Kurzum: Die Partnerschaft stehe vor einer Phase des strukturierten Neustarts. Es gehe nun darum, für diese Aufgabe zu werben und sechs Ehrenamtliche zu finden, die diesen Neustart verantworten und bewerkstelligen wollen. Generationenwechsel, klare Verantwortlichkeiten, realistische Arbeitsrhythmen und konkrete, messbare Projektinitiativen sollen die langfristige Zusammenarbeit zwischen dem Kirchenkreis Herne und dem Kirchenkreis Bukavu sichern. Wer sich ein Engagement in einer „Steuerungsgruppe Bukavu“ vorstellen kann, kann sich an Pfarrer Sven Teschner, E-Mail sven.teschner@ekvw.de, wenden. AR

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