Der richtige Mensch zur richtigen Zeit

Der richtige Mensch zur richtigen Zeit

Betriebsratskasse aufgelöst: Industrie-Dienstleister Altrad spendet 7.500 Euro für Ambulanten Hospizdienst.

Ein Gemeindefest, eine zufällige Begegnung und die Frage nach dem Sinn des Ruhestands: Mehr brauchte es nicht, um Udo Winter aus Herne-Süd auf einen Weg zu bringen, der ihn selbst überraschte. Der 65-jährige Betriebsratsvorsitzende des Industrie-Dienstleisters Altrad Projects & Maintenance GmbH mit Sitz in Köln engagiert sich seit Jahren am Kirchort Herz-Jesu in Herne. 

Bei der Organisation des Gemeindefestes im Juni 2025 begegnete er Karola Rehrmann. Die Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes stellte sich als neue Nachbarin der Gemeinde vor. Sie erzählte von 60 Ehrenamtlichen, die Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten, damit sie nicht allein sind. Bei Udo Winter, der für den nahen Ruhestand eine sinnvolle Aufgabe suchte, trafen Rehrmanns Worte genau den richtigen Ton. „Nur auf der Couch zu sitzen, das ist nicht mein Ding. Da mache ich mit.“

Schnurstracks meldete sich der 65-Jährige zum aktuell laufenden Vorbereitungskurs für Zeitschenkerinnen und Zeitschenker an. „Als einziger Mann“, schmunzelt er. Gleichzeitig wurde er auch als Betriebsratsvorsitzender aktiv. Die Betriebsratskasse von Altrad musste aus organisatorischen Gründen aufgelöst werden. 3.750 Euro standen zur Verfügung. Gemeinsam mit Deutschland-Geschäftsführer Peter Stuppin entschied Winter, diese Mittel dem Ambulanten Hospizdienst zu widmen. Altrad verdoppelte die Summe auf 7.500 Euro. „Beim Hospizdienst wird tolle Arbeit geleistet“, sagen Winter und Stuppin. „Dieses Engagement möchten wir unterstützen. Deshalb fiel uns die Entscheidung leicht, dem Förderverein diese Summe zur Verfügung zu stellen.“

Karola Rehrmann, die den Scheck gemeinsam mit den Koordinatorinnen Karin Leutbecher und Anja Schröder entgegennahm, freute sich über die Spende und den neuen ehrenamtlichen Mitarbeiter. „Diese Begegnung hat zwei Dinge bewegt – eine Spende und einen Menschen, der seinen Weg zu unseren Zeitschenkern gefunden hat“, sagte sie. Auch Pfarrer Frank Oberlüneschloß, Vorsitzender des Fördervereins Palliativstation im Evangelischen Krankenhaus Herne und Ambulanter Hospizdienst e.V., kam, um sich zu bedanken: „Die Geschäftsführung und der Betriebsrat von Altrad haben bewiesen, dass man auch im unternehmerischen Alltag an die denken kann, die unsere Unterstützung brauchen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Und dafür sind wir sehr dankbar.“ MSch

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