Herne. Seit dem 15. September ist Wolfgang Flunkert, Kreiskantor im Kirchenkreis Herne, (meistens) mit Begleitung unterwegs: Louisa Tetkov absolviert gerade ein so genanntes „Kompassjahr“ und schaut ihm über die Schulter, um den Beruf des Kirchenmusikers mit seinen vielen Facetten und Herausforderungen kennenzulernen. Musik spielt im Leben von Louisa Tetkov schon lange eine Hauptrolle. Bereits mit sieben Jahren bekam sie Trompetenunterricht, hat seitdem in diversen Posaunenchören mitgespielt und schon mit 13 Jahren selbst erstmalig einen Chor geleitet.
Doch statt ihrem Herzen zu folgen, wollte sie nach dem Abitur in ihrer Geburtsstadt Bonn sie erstmal „was Ordentliches“ lernen. Ihre Ausbildung zur Logopädin hat sie aber aus verschiedenen Gründen abgebrochen. „Ich möchte was mit Musik machen“, ist sich die 24-Jährige heute ganz sicher. So kam die Möglichkeit, zur Berufsfindung an dem landeskirchlichen Projekt „Kompassjahr“ teilzunehmen, gerade recht. Dass sie nun im Kirchenkreis Herne unterwegs ist, passt, denn sie leitet seit einigen Jahren in der Kirchengemeinde Castrop-Rauxel-Nord den Posaunenchor und engagiert sich hier in der Jungbläserausbildung.
Ob es nach der Orientierungsphase im dann wahrscheinlich folgenden Studium mit dem Hauptfach Trompete oder der Kirchenmusik weitergeht, soll sich in den kommenden zwölf Monaten klären. „Das hängt nicht zuletzt davon ab, wie schnell ich mit dem Orgelspiel vorankomme“, so Tetkov. Unterricht hat sie bei Wolfgang Flunkert, der sich über seine Praxisbegleiterin freut. „Sie bringt schon viel Erfahrung mit, hat bereits in der ersten Woche Stimmproben in der Kantorei übernommen, was bei den Chormitgliedern bestens angekommen ist“, so der Kreiskantor. „Darüber hinaus hat sie gleich in ihrer ersten Woche den Gottesdienst mit ihrem Trompetenspiel bereichert.“
Louisa Tetkov ist verheiratet mit dem Landesposaunenwart der Evangelischen Kirche von Westfalen, Andreas Tetkov. Wenn sie mal nicht mit Musik beschäftigt ist, liest sie gerne – das Genre ist ihr dabei fast egal. „Ich lese eigentlich alles – im Moment gerne Fantasy-Romane“, erzählt sie. AR