Die letzte Zeit lebenswert zu gestalten als Ziel

Die letzte Zeit lebenswert zu gestalten als Ziel

600 begeisterte Besucherinnen und Besucher spendeten rund 10000 Euro für die Palliativstation im Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel

Es ist ein nachträgliches Geschenk zum fünften Geburtstag, das noch lange Freude machen wird: Die Palliativstation im Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel freut sich über eine Spende in Höhe von rund 10000 Euro. „Das ist die größte Einzelspende, die unser Förderverein je erhalten hat“, sagte Christoph Schildger, Chefarzt der Palliativstation im EvK, und strahlt über das ganze Gesicht. 

Überreicht hat die großzügige Spende die EvK-Band – ein Zusammenschluss von Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten der Häuser in Castrop-Rauxel und Herne, die seit 2013 zusammen Musik machen. Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Palliativstation am EVA Ruhr-Standort in Castrop-Rauxel hatte die Band zu einem Benefizkonzert in der Agora eingeladen, auf das zunächst der Shantychor einstimmte und zu dem mehr als 600 spendenfreudige Besucherinnen und Besucher kamen. „Es war ein großartiges Event. Die Stimmung war sensationell und die Spendenbereitschaft enorm“, freut sich Christoph Schildger, der selbst mit der Band als Bassist auf der Bühne stand. Rund 10000 Euro klingelten am Ende in der Spendenkasse des „Fördervereins Palliativstation am EvK Castrop-Rauxel“. 

„Dass wir mit der EvK-Band eine solch hohe Summe einspielen konnten, ist ein riesiger Erfolg dieser Benefiz-Veranstaltung“, so der Palliativmediziner, der neben den großzügigen Spendern auch den Mitarbeitenden der Palliativstation sowie der Betriebsleitung und Geschäftsführung für ihre tatkräftige und finanzielle Unterstützung dankt – von der Organisation über einen Proberaum bis hin zur Übernahme der Veranstaltungskosten. „Ohne dies hätte das Fest in dieser Form sicher nicht stattfinden können", betont Chefarzt Christoph Schildger – und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Vielleicht machen wir das künftig jedes Jahr.“ Die Spende wird in den nächsten Jahren der Arbeit auf der Palliativstation zugutekommen. 

Hier erhalten schwerstkranke und unheilbar kranke Menschen eine umfassende stationäre Betreuung. Aufgabe der Palliativmedizin ist es, Leiden zu behandeln und zu mildern, um die verbleibende Zeit so lebenswert wie möglich zu gestalten. Aus medizinischer Sicht bedeutet das vor allem die Linderung quälender Symptome. Das sind nicht nur Schmerzen, sondern auch viele weitere Beschwerden wie Übelkeit, unerträglicher Juckreiz oder Kraftlosigkeit. Anders als bei anderen medizinischen Angeboten spielt bei der palliativen Versorgung auch die psychische und seelische Verfassung der Patienten eine wichtige Rolle. Deshalb werden Angehörige und Freunde in die Behandlung einbezogen. Weil auf einer Palliativstation der Mensch ganzheitlich im Mittelpunkt steht, sind an der Behandlung viele verschiedene Fachrichtungen beteiligt. Betreut werden die Patienten von einem Palliativmediziner, von speziell ausgebildeten Pflegefachkräften sowie von Therapeuten, Seelsorgern und der Sozialberatung. Besonders geschulte Ehrenamtliche unterstützen das Team, indem sie Zeit mit den Kranken verbringen.

Darüber hinaus steht der Station der „Förderverein Palliativstation am EvK Castrop-Rauxel“ zur Seite, der die Arbeit in diesem Spezialbereich durch Spenden unterstützt. Denn oft sind es Kleinigkeiten, die wichtig für das Wohlbefinden der schwer kranken Patienten sind, die aber über das normale Versorgungsmaß hinausgehen und deshalb nicht von den Krankenkassen bezahlt werden. Das kann die Erfüllung besonderer kulinarischer Wünsche sein oder eine Kunst- oder Musiktherapie. Aber auch die Anschaffung von Gegenständen auf der Station, die für die Schwerstkranken einen Gewinn an Lebensqualität bedeutet, zählt dazu – angefangen beim Blumenstrauß bis hin zum Spezialpflegebett. 

Die Palliativstation wurde im September 2020 eröffnet. Mit ihr hat das EvK ein Angebot geschaffen, das es zuvor in den Kliniken des Stadtgebiets nicht gab – und das längst zu einer unverzichtbaren Einrichtung in Castrop-Rauxel geworden ist. Die Palliativstation umfasst vier Betten. Die Zimmer sind in einem frischen Grün gestrichen, der Fußboden hat wohnlichen Holzdielencharakter. Eine Küche bietet die Möglichkeit, Sondermahlzeiten für die Patienten zuzubereiten. Sie ist auch ein Ort der Begegnung, der eine familiäre Atmosphäre vermittelt – ein Stück Alltagsnormalität für die Schwerstkranken und ihre Angehörigen, die viel Ausnahmezustand erleben.

Wer den „Förderverein Palliativstation am EvK Castrop-Rauxel“ unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Konto bei der Sparkasse Vest Recklinghausen (IBAN DE97 4265 0150 1000 1113 75, BIC WELADED1REK) tun.

 

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