Tagebuch offenbart Mitwirkung am Völkermord
Am 12. und am 19. März - jeweils um 18.30 Uhr - informieren zwei Vorträge in der Volkshochschule Herne über koloniale Spuren in Herne. Kolonialismus fand nicht nur in Afrika, China und der Südsee statt. Und deutsche Kolonialpolitik wurde nicht nur in den Handels- und politischen Zentren wie Hamburg oder Berlin gemacht. Kolonialismus war Teil des Alltags – auch in Ruhrgebietsstädten wie Herne und Wanne-Eickel.
- Der Historiker Daniel Sobanski deckt in seinem Vortrag am Donnerstag, 12. März, die Spuren auf, die die Kolonialzeit in Herne hinterlassen hat. Dabei betrachtet er Kultur, Politik und Wirtschaft und ordnet die Ergebnisse in den weiteren Kontext der Kolonialgeschichte ein.
Über ein besonderes Kapitel der Herner Kolonialgeschichte berichtet Dr. Andreas Eckl am Donnerstag, 19. März. Als im Januar 1904 in der deutschen Kolonie Südwestafrika, dem heutigen Namibia, mehr als 120 Ansiedler von Herero ermordet wurden, war dies der Beginn des grausamsten Kolonialkrieges, den das Deutsche Kaiserreich in Afrika führte. Annähernd 20000 deutsche Soldaten kamen in diesem Krieg zum Einsatz. Einer von ihnen war der Offizier Georg Gräff, Sohn des Generaldirektors der Hibernia AG (1875-1889), der seine Erlebnisse und Gedanken in einem Tagebuch festgehalten hat. Eingebettet in den Kontext des Krieges beleuchtet der Vortrag Gräffs Mitwirkung an diesem Kolonialkrieg, der inzwischen allgemein als Völkermord gesehen wird.
Die beiden Vorträge werden von der Fachstelle Eine Welt des Kirchenkreises Herne und der VHS Herne veranstaltet. Der Eintritt ist frei.
Eine Anmeldung ist erwünscht unter www.vhs-herne.de oder telefonisch unter (02323) 16 29 20 bzw. 16 35 84.