Prüfung eines Trägerwechsels beschlossen

Prüfung eines Trägerwechsels beschlossen

Auf einer Sondertagung hat die Synode des Kirchenkreises Herne beschossen, gemeinsam mit dem Evangelischen Verbund Augusta auf einen Wechsel der Trägerstruktur der Kindergartengemeinschaft hinzuarbeiten.

Am 25. September hat die Synode des Kirchenkreises Herne im Seminarraum des Evangelischen Krankenhauses Herne außerordentlich getagt. Nachdem die Kreissynode auf ihrer Tagung im November 2025 eine Strategie für den Kirchenkreis Herne bis zum Jahr 2030 beschlossen hatte, wurde nun konkret über die Zukunft der Kindergartengemeinschaft beraten – im Besonderen über die Möglichkeit eines Trägerwechsels. Der Hintergrund ist, dass die bestehenden Finanzierungsstrukturen die tatsächlichen Kosten der Kindertagesbetreuung nicht ausreichend abdecken, sodass die Aufwendungen der Kindergartengemeinschaft die finanziellen Möglichkeiten des Kirchenkreises inzwischen deutlich übersteigen. 

Das Ergebnis der Beratungen sei hier vorweggenommen: Die Kreissynode hat den Kreissynodalvorstand beauftragt, „gemeinsam mit dem Evangelischen Verbund Augusta Ruhr gGmbH (EVA Ruhr) ein entscheidungsreifes Gesamtkonzept für die Neuausrichtung der evangelischen Kita-Landschaft zu erarbeiten.“ Bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen gab es für diesen Beschluss eine deutliche Mehrheit.

Superintendentin Claudia Reifenberger hatte in ihrer Einbringung der Thematik die Kindergartenarbeit als wichtigen Teil des gesellschaftlichen wie kirchlichen Auftrags des Kirchenkreises beschrieben. „Deshalb ist es unser Ziel, die evangelische Kita-Arbeit, das heißt die religionspädagogische Qualität der Einrichtungen, die Verlässlichkeit für Kinder und Familien sowie gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden dauerhaft zu sichern.“ Sie verwies aber auch auf den steigenden finanziellen Druck. „Die Kirchensteuerzuweisungen gehen zurück, gleichzeitig steigen Personal- und Sachkosten“, sagte sie. Um die im November beschlossenen Konsolidierungsziele zu erreichen, gebe es nur zwei Möglichkeiten: Den Rückbau im bestehenden System, also Einrichtungen abzugeben und die Kita-Landschaft im Kirchenkreis zu verkleinern und sich schrittweise aus der Trägerverantwortung zurückzuziehen oder die Schaffung einer größeren und leistungsfähigeren Trägerstruktur. 

Vor diesem Hintergrund war im Vorfeld ein Wechsel zum EVA Ruhr als möglichem Träger geprüft worden. „Der EVA Ruhr ist ein naheliegender Partner: Der Unternehmensverbund hat ein evangelisches Profil, und der Kirchenkreis Herne gehört zu seinen Gesellschaftern“; so Reifenberger.

Jens Koch, einer von drei EVA Ruhr-Geschäftsführern, begründete das Interesse des EVA Ruhr an den Kindertagesstätten mit dem Ziel, das Portfolio des Unternehmens zu erweitern. „Es ist unser Anspruch, Menschen in allen Lebensphasen zu begleiten“, sagte er. „Der Auftrag passt zu uns.“ Dass der EVA Ruhr eher die Möglichkeit einer auskömmlichen Finanzierung der Kindergartenarbeit hat, liegt an mehreren Faktoren: Der Eigenanteil liegt für die verfasste Kirche grundsätzlich bei 10,3 Prozent, bei anderen freien Trägern fällt er geringer aus, die Größe des Verbundes mit seinem Verwaltungsapparat ermöglicht eine Senkung der Verwaltungskosten, die Großküchen der Krankenhäuser könnten für qualitativ hochwertiges Mittagessen zu einem wesentlichen geringeren Preis sorgen.

Mit dem Auftrag, „ein entscheidungsreifes Gesamtkonzept zu erarbeiten“ hat die Synode noch keinen Trägerwechsel beschlossen. „Die Arbeit beginnt genau jetzt“, betonte Reifenberger. „Unsere Interessen passen zusammen, das ist die Voraussetzung für eine gute Partnerschaft“, sagte Jens Koch. „Das Vertrauen zwischen der EVA Ruhr und dem Kirchenkreis Herne mit seiner Verwaltung ist nach den bisherigen Gesprächen vorhanden.“ AR

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