Herne. Die Evangelischen Kirchengemeinden Haranni und Petrus sowie die Dionysius-Pfarrei in Herne-Mitte haben am Reformationsfest und am Gedenktag der Heiligen ihre ökumenisch bewährte Praxis des Kanzeltausches fortgesetzt. Diesmal wechselten Pfarrer Dr. Nils Petrat und Pfarrer Paul Hering von der Bonifatiuskirche zur Kreuzkirche und umgekehrt.
Dr. Petrat stellte anhand des Predigttextes aus Matthäus 10 die Verkündigung Jesu als Orientierung für die Glaubenden in den Mittelpunkt. Sie gebe gerade in der heutigen Zeit der großen Verwirrungen und Meinungs-Manipulationen Halt und Wegweisung. In Jesu Person liegt auch der Grund, sich nicht fürchten zu müssen. Den Bezug zum Reformationsfest stellte insbesondere die kirchenmusikalische Gestaltung des Abendmahlsgottesdienstes her mit den Luther-Chorälen „Ein feste Burg“ und „Nun freut euch lieben Christeng‘mein!“ Weitere musikalische Beiträge boten der CVJM-Posaunenchor unter der Leitung von Anna Stiel und die Kreuz-Kantorei unter der Leitung von Kantor Wolfgang Flunkert. Die liturgische Gestaltung versahen die Pfarrer Daniel Schwedhelm (Kirchengemeinde Haranni) und Björn Knemeyer (Petrus-Kirchengemeinde).
Pfarrer Paul Hering bekräftigte tags darauf in seiner Predigt in der Bonifatiuskirche, dass alle Getauften sich durch den Glauben an Christus als „Heilige“ ansehen können. Gott beschenke uns mit seiner Heiligkeit und rechtfertige auf diese Weise Sünderinnen und Sünder, die von sich aus nicht heilig werden können, durch den Glauben. Dabei könne auch nach evangelischem Verständnis die beispielhafte Lebensführung der Heiligen uns Vorbild sein und unseren Glauben stärken. „So haben wir das Potenzial, echte Mitmenschen zu werden, durch die die Sonne scheint“, sagte er. Dr. Petrat und seine Mitliturgen gestalteten mit vielen Messdienerinnen und-dienern sowie mit Kantor Markus Breker an der Orgel das Hochamt mit der Eucharistiefeier. HHB