Klimafasten – Woche 3: Gesund ernähren. Klima schützen

Klimafasten – Woche 3: Gesund ernähren. Klima schützen

In der Fastenzeit laden Kirchen Menschen zur ökumenischen Aktion „Klimafasten“ ein. Von Aschermittwoch bis Ostersonntag stehen Klimaschutz und Gerechtigkeit im Zentrum einer Zeit der inneren Einkehr, des bewussten Lebens und des gemeinsamen Engagements. Der Beitrag zur dritten Fastenwoche kommt von Eine-Welt Promotor Markus Heißler von der Fachstelle Eine Welt des Kirchenkreises Herne.

Ernährung und Klima sind eng verbunden: Unsere Essgewohnheiten, besonders der hohe Konsum tierischer Produkte, verursachen Treibhausgasemissionen (Methan, CO2), verbrauchen viel Wasser und Land und führen zu Entwaldung und Artensterben. Umgekehrt bedroht der Klimawandel selbst durch Extremwetter unsere Ernährungssicherheit. Ernten werden vernichtet, Lebensmittel werden teurer und Verfügbarkeit sowie Qualität von Nahrungsmitteln sinken, was Mangelernährung und Krankheiten fördert. 

Die Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln verursachen bis zu 30 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Eine große Rolle spielt die industrielle Tierhaltung: Vor allem Wiederkäuer wie Rinder emittieren große Mengen Methan. Das Treibhausgas trägt in den ersten 20 Jahren nach Ausstoß mehr als 80-mal so stark wie CO2 zur Erderwärmung bei.

Eine klimafreundliche Ernährung setzt auf mehr Pflanzen, Saisonalität, Regionalität und weniger Lebensmittelverschwendung, um beide Seiten zu entlasten. Ein Beispiel, wie dies umgesetzt werden kann, ist die Planetary Health Diet („planetare Gesundheitsernährung“). Diese ist ein wissenschaftlich fundierter Speiseplan, der gleichermaßen die Gesundheit des Menschen wie die des Planeten schützt. Das Ziel ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung für eine erwartete Weltbevölkerung von zehn Milliarden Menschen im Jahr 2050. Dabei soll die Produktion der Lebensmittel eine möglichst geringe Umweltbelastung darstellen. 

Die Empfehlungen gehen beispielhaft von einem täglichen Energiebedarf von 2500 kcal aus. Er soll weit überwiegend durch pflanzliche Lebensmittel gedeckt werden, mit kleinen Ergänzungen von Fisch, Fleisch und Milchprodukten. Aktuelle Studien bestätigen, dass die umweltfreundliche Ernährung auch das Risiko für Darmkrebs, Lungenkrebs, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Diabetes senken – oder anders formuliert: Eine Einhaltung der Planetary Health Diet bringt erhebliche gesundheitliche Vorteile.

  • Rinder emittieren große Mengen des Treibhausgases Methan. FOTO: SHAUN L: (GETTY IMAGES)
  • Planetary Health Diet („planetare Gesundheitsernährung“) setzt überwiegend auf pflanzliche Lebensmittel. FOTO: ELLE OLSSON (CANVA)
  • Markus Heißler arbeitet in der Fachstelle Eine Welt des Kirchenkreises Herne als Regionaler Eine-Welt Promotor. FOTO: GÜNTER MYDLAK

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