„Klima schützen – Gesund Ernähren!“

„Klima schützen – Gesund Ernähren!“

Herne Das Herner Nachhaltigkeitsforum stand am 22. Januar unter dem Titel „Klima schützen – Gesund Ernähren!“ statt. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie die Verpflegung in Kitas, Schulen und Kantinen gesünder und nachhaltiger werden kann. In seiner Einführung erläuterte Eine-Welt-Promotor Markus Heißler von der Fachstelle Eine Welt des Kirchenkreises Herne den engen Zusammenhang von Ernährung und Klima. „Unsere Essgewohnheiten, besonders der hohe Konsum tierischer Produkte, verursachen Treibhausgasemissionen wie Methan und CO2, verbrauchen viel Wasser und Land“, sagte er. „Umgekehrt bedroht der Klimawandel selbst durch Extremwetter unsere Ernährungssicherheit, indem Ernten vernichtet, Lebensmittel teurer werden und die Verfügbarkeit sowie Qualität von Nahrungsmitteln sinken.“ Letzteres fördere wiederum Mangelernährung und Krankheiten. „Deshalb setzt eine klimafreundliche Ernährung mehr auf Pflanzen, Saisonalität, Regionalität und weniger Unter anderem soll der Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft gefördert werden, um mehr regionale Lebensmittel in Kitas und Schulen anbieten zu können. Auch Sichtbarmachung und Bekämpfung von Ernährungsarmut bei Kindern sind Ziele des Projekts. 

Alle Kinder, auch die aus ärmeren Familien, sollen Zugang zu gesundem Essen in Kita oder Schule haben. Wie eine nachhaltige Verpflegung mit einem Bio-Anteil von 60 Prozent in einer Schulmensa praktisch funktionieren kann, erläuterte die Ökotrophologin Barbara Seibert. Sie ist Küchenleiterin der privaten Hiberniaschule in Herne. Täglich werde dort für rund 600 Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte frisch gekocht. Sie habe dabei stets das Ohr an den Bedürfnissen der Gäste. Teure Fertigprodukte würden nicht verwendet und vieles selbst hergestellt.

„Das Thema Ernährung wird häufig nur auf Ebene des Bundes oder der Länder behandelt und selten auf kommunaler Ebene“ sagte Karin Schmidt vom Vorstand der Ernährungsräte NRW. „Deshalb haben sich in Städten wir Essen, Bochum oder Köln lokale Ernährungsräte als zivilgesellschaftliche Organisationen gebildet; diese setzen sich auf kommunaler Ebene für nachhaltige Ernährung ein und machen dazu Bildungs- und Lobbyarbeit.“

Zu den einzelnen Themen gab es viele Wortmeldungen und lebhafte Diskussionen. Eine Kitaleiterin verwies darauf, dass in vielen Schulen und Kitas kein Platz für eine Küche sei, um täglich vor Ort zu kochen. Auch die Frage, wieviel gesundes Essen kosten darf, wurde intensiv diskutiert. Weitgehender Konsens war, dass ein Zugang zu gesunder und nachhaltiger Ernährung in Schule und Kita nicht abhängig vom Geldbeutel der Eltern sein darf, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein sollte.

Das Herner Nachhaltigkeitsforum ist ein Ort des Austausches und der Information über unterschiedliche Aspekte des Themas Nachhaltigkeit. Veranstalter sind die Fachstelle Eine Welt des Kirchenkreises Herne, das Bildungsbüro der Stadt Herne, die Volkshochschule Herne und die AG Herner Nachhaltigkeitsforum. PP

 

Markus Heißler im Gespräch mit Karin Schmidt vom Vorstand des Ernährungsrats NRW. FOTO: B. KRUSE

 

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