Herne. Wer die Palliativstation am Evangelischen Krankenhaus Herne in den vergangenen Jahren besuchte, hat Dr. Katja Vogelsang erlebt als eine Ärztin, die nicht nur Menschen am Ende des Lebens behandelt, sondern zugleich eine ganze Station neu gedacht hat. Die Ärztliche Leiterin der Palliativstation verlässt das EvK Herne zum 1. April 2026. Sie übernimmt die Chefarzt-Position in der Klinik für Schmerztherapie der Klinik Blankenstein, die zum Katholischen Klinikum Bochum gehört.
Als Dr. Katja Vogelsang vor sechs Jahren die Palliativstation am EvK Herne von ihrem Vorgänger Dr. Wolf Diemer übernahm, zählte diese sechs Betten; heute ist Platz für mindestes zehn Patienten. Der 2024 eröffnete hochmoderne Erweiterungsbau war ein wichtiger Schritt, den Vogelsang aktiv begleitete und vorantrieb. Die Zahl der Patienten stieg unter ihrer Führung um ein Vielfaches. Menschen aus der gesamten Ruhrregion und darüber hinaus kommen heute zur Behandlung nach Herne.
Vogelsang öffnete die Station für die akademische Medizin. Sie engagierte sich als Dozentin für Palliativmedizin, führte Lehrvisiten und multidisziplinäre Fallbesprechungen für Studierende der Ruhr-Universität Bochum ein. Das EvK Herne bietet auf der Station heute jungen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, die Zusatzweiterbildung Palliativmedizin zu erlangen. Lehren und Lernen wurden zum festen Bestandteil der Stationskultur.
Auch im Vorstand der traditionsreichen Akademie für Palliativmedizin und Hospizarbeit (APPH) hinterließ sie Spuren. Die von Dr. Vogelsang konzipierten Palliativtage zu Themen wie Kinder- und Familientrauerarbeit (2024) oder Interdisziplinarität in Notfall- und Palliativmedizin (2025) gehören mit zu den besucherstärksten der letzten Jahre.
Als Schmerzmedizinerin und Palliativärztin vereint Dr. Katja Vogelsang zwei Fachgebiete, die auf der Station täglich ineinandergreifen. „Der Schmerz ist bei vielen unserer Patienten eines der Hauptsymptome“, sagt sie. „Dass ich in Herne beides verbinden konnte, hat mich in meiner Arbeit immer begleitet, und so ist Palliativmedizin zu meiner Herzensangelegenheit geworden.“
Ihren Wechsel zum 1. April beschreibt die Bochumerin mit gemischten Gefühlen: „Ich verlasse meine Station und mein Team mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich habe die Stadt enorm zu schätzen gelernt. Ob ambulant oder stationär – die palliative Versorgung und die Vernetzung der einzelnen Akteure ist beispielhaft. Das Engagement der Stadtgesellschaft für unsere Arbeit sucht seinesgleichen. Ich freue mich auf die neue Herausforderung in Hattingen, werde aber garantiert Heimweh nach Herne bekommen.“
Auch Pfarrer Frank Obenlüneschloß, Vorsitzender des Fördervereins Palliativstation im EvK Herne und Ambulanter Hospizdienst, bedauert den Wechsel Vogelsangs. „Unter ihrer Leitung hat sich die Palliativstation in einem Maß weiterentwickelt, das unsere Erwartungen übertroffen hat“, sagte er. „Ihr Weggang tut uns weh, aber wir verstehen, dass Katja Vogelsang neue Wege gehen will. Wir wünschen ihr für die nächste Station alles Gute.“ EvK
Dr. Katja Vogelsang war sechs Jahre Ärztliche Leiterin der Palliativstation im Evangeliscen Krankenhaus Herne. FOTO: EVK