Beten und Sammeln für ein besseres Nigeria

Beten und Sammeln für ein besseres Nigeria

Am 6. März haben Frauen in über 150 Ländern Gottesdienste zum Weltgebetstag der Frauen gefeiert

Castrop-Rauxel. Herne. Wanne-Eickel. „Are you burdened?“ – Bist du belastet?“ So fragte das erste gemeinsame Lied, das 60 Frauen am 6. März in der Herz-Jesu-Kirche in Herne miteinander im Weltgebetstagsgottesdienst gesungen haben. Welche Lasten da gemeint waren, zeigte sich im Verlauf des Gottesdienstes, der unter dem Titel „Kommt! Bringt eure Last!“ stand, in dem der Alltag nigerianischer Frauen zur Sprache kam. 

Da stellte sich Beatrice vor, eine 28-jährige Witwe mit drei kleinen Kindern, die oft nicht wusste, wie sie ihre Kinder ernähren oder ihr Schulgeld bezahlen sollte. Ein Selbsthilfeprojekt in ihrer Kirchengemeinde war ihre Rettung. Die christliche Mutter Jato erzählte die Geschichte von Lea Sharibu, ein durch die Terrorgruppe Boko Haram entführtes junges Mädchen. Sie betet mit ihrer Tochter Amina für Leahs Rückkehr. Als drittes Beispiel folgte die Geschichte von Blessing, die vom Teufelskreis der Armut in Nigeria spricht, aber auch von Lichtblicken. Eine Nachbarin habe sich mit einem kleinen Unternehmen selbständig gemacht, das eigene Seife herstellt. Der Erlös reiche, um Essen für ihre Kinder auf den Tisch zu bringen und sie in die Schule zu schicken.

Die ökumenische Gottesdienstgemeinde am Weltgebetstag der Frauen nahm im Folgenden auch die Situation von Frauen in Deutschland in den Blick. Zum Beispiel die von Hannelore, der als Witwe nach dem Tod ihres Mannes wichtig war, zu spüren: „Ich bin nicht allein.“ Auch wenn es ein steiniger Weg gewesen sei: Glaube und Gemeinschaft in der Kirchengemeinde gaben ihr den Mut, weiterzumachen. Das „Joch der Witwenschaft“ werde tragbar dadurch, dass Gottes Gnade durch alle Herausforderungen hindurchhilft. 

Im Kirchenkreis Herne wurden auch in anderen Gemeinden in Castrop-Rauxel, Herne und Wanne-Eickel Gottesdienste gefeiert. Der Weltgebetstag der Frauen findet in jedem Jahr am ersten Freitag im März statt. Damit ist er die weltweit größte ökumenische Aktion, die hauptsächlich von Ehrenamtlichen vorbereitet wird. Jedes Jahr kommen Texte und Lieder aus einem anderen Land – in diesem Jahr hatten Frauen aus Nigeria die Teile der Liturgie vorbereitet und zusammengestellt. Die Kollekte soll Frauen in Nigeria dabei helfen, sich mit Hilfe einer Partnerorganisation des Weltgebetstages eine wirtschaftliche Grundlage in der Landwirtschaft aufzubauen. In der Herz-Jesu-Kirche sind 598 Euro zusammengekommen. HHB

  

  • 60 Frauen und einige Männer der Sankt Dionysius-Pfarrei und der Petrus-Kirchengemeinde Herne kamen am ersten Freitag des Monats März in der Herz-Jesu-Kirche zu einem Weltgebetstag zusammen.
  • Das Gotesdienstteam zieht unter Trommelschlägen mit Lasten in die Herz-Jesu-Kirche ein.
  • Kirchenmusikerin Kerstin Heppener sorgte für die musikalische Gestaltung. 
  • Der Weltgebetstag der Fraue wird weltweit am ersten Freitag im März begangen. FOTOS: GÜNTER MYDLAK

Weitere Nachrichten

Vorreiter und Vorbild in der palliativen Versorgung

Hauptgewinn für die „Mittelmäßig Motivierten“

Eine Ärztin, die Maßstäbe gesetzt hat