Liedtext dem schwerkranken Kantor zum Trost

Projektchor, erweitertes Kammerorchester der Kreuzkirche und die Solisten Jutta Pothoff (Sopran), Jutta Clemens (Alt), Arno Bovensmann (Tenor) und Jens-Martin Ludwig (Bass) musizierten unter der Leitung von Professor Hildebrand Haake die Bach-Kantate „Was Gott tut, das ist wohlgetan“. FOTO: MICHAELA HOPFE

HERNE – „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ – die Kantate BWV 99 von Johann Sebastian Bach zu dem bekannten Kirchenlied (Bach komponierte dazu insgesamt drei Kantaten) stand im Mittelpunkt des „plusZeichen-Gottesdienstes“ am zweiten Sonntag nach Epiphanias in der Herner Kreuzkirche.

Mit diesem Gottesdienst wurde auch das 25-jährige Jubiläum der Palliativstation im Evangelischen Krankenhaus Herne und das 20-jährige Jubiläum des Ambulanten Hospiz- und Palliativdienstes gefeiert. Haupt- und Ehrenamtliche der Einrichtungen haben ihn in Zusammenarbeit mit dem Chor gestaltet. Für Chorsänger, Kammerorchester und Solisten bildete er Abschluss und Höhepunkt eines intensiven Projektes mit Professor Hildebrand Haake, der die Musiker auch dirigierte. Der Dozent von der Herforder Kirchenmusikhochschule, wo er Chor- und Orchesterleitung lehrt, hatte die Kantate mit Chor und Orchester an zwei intensiven Probentagen einstudiert.

Der Text des Liedes (EG 372) war Thema der Predigt von Karola Rehrmann. Rehrmann ist Seelsorgerin auf der Palliativstation des Evangelischen Krankenhauses. Samuel Rodigast habe mit dem Liedtext dem todkranken Kantor Severus Gastorius, dem Komponisten der Melodie, Trost spenden wollen. „Die  Musik und die Worte stellen einen Raum her, in dem der Schmerz des Lebens auszuhalten ist“, sagte Rehrmann. Krankheit und Schmerzen dürften nicht als Strafe Gottes verstanden werden – das habe Rodigast seinem Freund mitteilen wollen. Dagegen habe er die Hoffnung gestellt, dass Gott auch im Leiden an seiner Seite steht. „Vielleicht stellt sich heute auch für uns die Gewissheit ein: Was Gott tut, das ist wohlgetan, Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die raue Bahn Not, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; Drum lass ich ihn nur walten.“ AR