„Durch Gesang den Raum mit Spiritualität gefüllt“

Nawal Mlanao trat im Rahmen des Jahresauftaktes des Eine Welt Zentrums im Kirchenkreis Herne in der Künstlerzeche Unser Fritz auf. FOTO: FW SIEPMANN

WANNE-EICKEL – Im Rahmen der Reihe „Klangkosmos Weltmusik“ des Eine Welt Zentrums im Kirchenkreis Herne hat die Sängerin Nawal von den Komoren ein beeindruckendes Konzert in der Maschinenhalle der Künstlerzeche Unser Fritz in Herne-Wanne gegeben. Zugleich war der Auftritt Teil des Jahresauftakts des Eine Welt Zentrums. Viele Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft waren gekommen. Sie wurden von Geschäftsführer Martin Domke herzlich begrüßt. In ihrem Grußwort dankte Katja Breyer als Vorsitzende des Eine Welt Netzes NRW dem Zentrum für dessen Arbeit und die zahlreichen Impulse für die Landesebene. Superintendent Reiner Rimkus betonte in seiner Ansprache, dass in einer Zeit der zunehmenden Digitalisierung des Alltags, die zwischenmenschliche Kommunikation und der konkrete Einsatz für Benachteiligte ein wichtiges Gut sei und in der Arbeit des Eine Welt Zentrums deutlich würde.

„Nawal Mlanao stammt aus einer sehr religiösen Familie, in der Musik und Spiritualität sehr eng zusammen gehören“, stellte Markus Heißler, Leiter der Werkstatt eine Welt, die Sängerin vor. „Ihr Großvater war der auf den Komoren am höchsten verehrte islamische Heilige.“ Mlanao war die erste Frau des Inselstaates im Indischen Ozean, die mit eigenen Kompositionen öffentlich auftrat. Die meisten ihrer Stücke changieren zwischen alter Tradition und urbaner Gegenwart. Nawal sang in der komorischen Sprache Shikomor, die neben Französisch und Arabisch eine der drei Amtssprachen auf den Komoren ist. Die Musikerin überzeugte ihr Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllten Maschinenhalle mit ihrer tiefen, ausdrucksstarken Stimme. „Durch ihren Gesang erfüllte sie den Raum mit Spiritualität“, sagte Heißler. Viele Melodien ihrer Lieder stammen aus dem islamisch-arabischen Raum und berufen sich zudem auf polyphone Rhythmen der afrikanischen Bantu sowie die Trance-Tradition der Sufis. Die Multiinstrumentalistin Nawal Mlanao begleitete ihre Lieder selbst auf der Gambusi, einem banjo-ähnlichen Instrument, das ursprünglich aus dem Jemen stammt, der Gitarre, dem afrikanischen Daumenklavier, der Mbira und der iranischen Rahmentrommel Daf. Das Publikum danke ihr mit lang anhaltendem Applaus.

Das nächste Konzert der Klangkosmosreihe mit der Gruppe Badakhshan aus Tadjikistan findet am 7. Mai in der Christuskirche in Wanne-Mitte statt. PP