Verloren geglaubtes Register kehrte zurück

Von links: Manfred Schwartz, Guido Schumacher und Björn-Daniel Reich, Presbyter Björn Pfadenhauer und Kantor Wolfgang Flunkert. FOTO: quickelsfoto

HERNE – Am 10. Mai haben die lange geplanten Arbeiten an der Orgel der Kreuzkirche in der Herner Innenstadt begonnen. Ein Drittel der Arbeiten ist inzwischen erledigt. Davon überzeugten sich nun der Orgel-Sachverständige der Evangelischen Kirche von Westfalen Manfred Schwartz und Vertreter der Kreuzkirchen-Gemeinde. Die Orgelbauer Guido Schumacher und Björn-Daniel Reich präsentierten die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeiten und erläuterten die nun anstehenden Schritte.

Schaut man sich das Instrument aus dem Kirchenraum heraus an, so lässt sich kaum erkennen, dass bereits seit zwei Monaten daran gearbeitet wird. Ein anderes Bild bietet sich dem Betrachter, wenn er in der Orgel steht: Fast alle der insgesamt etwa 3.000 Pfeifen wurden ausgebaut. Großteile der historischen Register wurden in die Orgelbau-Werkstatt Schumacher nach Baelen in Belgien gebracht und werden derzeit dort umgebaut beziehungsweise wieder zurückgebaut. In der Zwischenzeit hat Björn-Daniel Reich alle verbliebenen Pfeifen sowie die Technik der Orgel gereinigt. Der neue Winderzeuger – der alte stand im Turm – hat bereits in der Orgel einen Platz gefunden. Dafür mussten einige große Basspfeifen höher gestellt werden, was umfangreiche Arbeiten an der Technik im Instrument sowie an der Rückwand erforderte.

Manfred Schwartz (rechts) misst genau, dabei wird er beobachtet von Guido Schumacher. FOTO: quickelsfoto

Besonders erfreulich ist, dass die Dispositionsplanung noch mal geändert werden konnte, weil einige Pfeifen des historischen Pfeifenbestandes der Orgel wieder „aufgetaucht“ sind. Die Gemeinde hatte dazu aufgerufen, Pfeifen, die in den 1950er und 1970er Jahren aus der Orgel ausgebaut und verkauft wurden, wieder zurück zu bringen. Einige Gemeindemitglieder sind diesem Aufruf gefolgt und haben alte Pfeifen, insbesondere aus dem Jahr 1902, zurück gebracht. Diesem Umstand ist es zu verdanken, das ein verloren geglaubtes originales Register aus dieser Zeit wieder an der ursprünglichen Stelle eingebaut werden kann.

Gegenwärtig laufen alle Arbeiten nach Plan, so dass die Orgel am 1. Advent 2010 in einem Festgottesdienst wieder eingeweiht werden kann. Alle Beteiligten sind sich darüber einig, dass die Kreuzkirche nach der Renovierungsphase wieder das kunst- und musikhistorisch bedeutsamste Instrument des Kirchenkreises haben wird. BP

Die Restaurierungsphasen können derzeit unter www.kreuzkirche-herne.de verfolgt werden. Dort wird in loser Folge über die Fortschritte an der Orgel berichtet.

   

Max Kratz in Castrop-Rauxel und Wanne-Eickel

Oft sind es gerade die unscheinbaren Dinge, die Beachtung verdienen. Das beweisen drei Kirchen im Kirchenkreis Herne, die in den 1960er Jahren gebaut wurden. Es handelt sich um die Johanneskirche auf Schwerin, die Pauluskirche in Rauxel und die Auferstehungskirche in Wanne-West. Sie beherbergen bedeutende Kunstschätze in Form von Altarbildern, Kanzeln, Kerzenleuchtern oder Taufbecken, die der Bildhauer Max Kratz (1921-2000) geschaffen hat.

Im Jahr der Kulturhauptstadt lädt der Kirchenkreis Herne dazu ein, die Werke Max Kratz' (neu) zu entdecken. Dazu gibt es Fotoausstellungen mit Bildern aus dem Alltagsleben im Ruhrgebiet der 50er und 60er Jahre. Die Fotos stammen aus der Sammlung des Fotografen Klaus-Michael Lehmann (Castrop-Rauxel), der in dieser Zeit das Leben mit seiner Kamera dokumentiert hat.

Die Ausstellungen finden statt…
…vom 15.8. bis 23.9. in der Johanneskirche Schwerin, Am Weißdorn 3, Castrop-Rauxel
…vom 26.9. bis 27.10. in der Pauluskirche Rauxel, Alleestraße 4, Castrop-Rauxel
…vom 31.10. bis 27.11. in der Auferstehungskirche Wanne-West, Bickernstraße 46, Wanne-Eickel

Öffnungszeiten sind sonntags nach den Gottesdiensten und nach Absprache unter Telefon (02323) 98 68 66. Hier können auch Gruppenführungen verabredet werden.

Hier können Sie sich das Faltblatt zu den Ausstellungen herunter laden.