Shoah Gedenkstunde
HERNE - Am Nationalen Gedenktag für die Opfer nationalsozialistischer Gewalt (Freitag, 27. Januar) folgten ca. 150 Personen aus Kirchen, Politik, Kommune und weiteren gesellschaftlich relevanten Gruppen der Einladung des Oberbürgermeisters ins Kulturzentrum zu einer Feierstunde. Anschließend versammelten sie sich zum Gedenken im Freien vor dem vor Jahresfrist fertiggestellten Shoah-Denkmal.
Entstehung, Blüte und Untergang der jüdischen Gemeinden in Herne und Wanne-Eickel vom Zuzug der ersten Juden vor 200 Jahren bis zur Vernichtung der Synagogen an der Schaefer- und der Langekampstraße behandelte Dr. Manfred Keller, Beirat des Jüdischen Museums Westfalen in Dorsten. Ein Statement gegen rechte Gewalt, vorgetragen von Mitgliedern des Herner Kinder- und Jugendparlaments, Jüdische Kinderlieder aus der Feder des Herner Autors und Komponisten Dr. Moisei Boroda, gespielt von Suzanne Agoston (Klavier), Egon Poliak (Klarinette) und Ernest Rosza (Violine) schufen den musikalischen Rahmen. Oberbürgermeister Horst Schiereck hatte eingangs die Bedeutung von Erinnerungsarbeit für Trauer und Ermahnung hervorgehoben, das Shoah-Denkmal ein bleibendes Zeichen der Ablehnung von Gewalt, Extremismus, Verachtung, Hass, Diskriminierung und Ausgrenzung genannt. Draußen sprachen der Vorbeter der jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen, Aaron Naor (auf hebräisch), Superintendent Reiner Rimkus und Pfarrer Karl-Heinz Pötter (Kath. Dekanat Emschertal) Gebete. Damit gestaltete sich die Shoah-Gedenkfeier zu einer überzeugenden Demonstration der Anteilnahme an den Geschicken der Naziopfer, aber auch der Manifestation von Wachsamkeit gegenüber allen etwa vorhandenen Anzeichen der vorgenannten Übel. SI


