Evangelische Zentralkirche in Bukavu geplant

Dr. Jean Luc Kuye-Ndondo (vorne) berichtete über die Lage im Herner Partnerkirchenkreis Bukavu (hinten: Superintendent Reiner Rimkus). FOTO: ARND RÖBBELEN

HERNE – Hohen Besuch hatte der Kirchenkreis Herne am 16. Februar: Monseigneur Dr. Jean Luc Kuye-Ndondo ist zu Gast im Eine Welt Zentrum gewesen. Der Geistliche war von 2002 bis 2007 Vorsitzender der Wahrheits-und Versöhnungskommission der kongolesischen Regierung und ist heute Präsident der Vereinigung aller protestantischen Kirchen in der Kongo-Provinz Südkivu in Bukavu. Er war gekommen, um sich ein Bild über die Arbeit der deutschen Partner zu machen. Der Kirchenkreis Herne unterhält eine langjährige Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Bukavu.

Kuye-Ndondo hat viele Kontakte sowohl in die Regierung wie auch zu den im Osten des Kongo gefürchteten Rebellen aus Ruanda, der so genannten FDLR. Seit Jahren nutzt er diese Kontakte für eine Konfliktlösung zwischen der kongolesischen und ruandischen Regierung. Mit ihm reisten Odile Bulabula von einer Organisation, die aus Deutschland durch den Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) gefördert wird, und Jessie Bohr, EED-Mitarbeiterin in Bukavu.

In diesen Tagen war Dr. Kuye-Ndondo auch in anderer Sache unterwegs. In Bukavu soll eine neue Zentralkirche aller Protestanten entstehen. Man will gezielt die Menschen aus den einflussreichen Schichten des zerfallenden Staates ansprechen und so gezielte Friedensarbeit ermöglichen. Für diese Idee sucht Kuye-Ndondo in Europa zurzeit Unterstützung. Im Gespräch zwischen EWZ-Leiter Martin Domke, Superintendent Reiner Rimkus sowie Öffentlichkeitsreferent Arnd Röbbelen wurde nach Unterstützungsmöglichkeiten gesucht. Hoffnung konnte ihm von deutscher Seite kaum jemand machen. Bessere Aussichten sahen die Herner Gastgeber in dem Versuch, wohlhabende Menschen in den protestantischen Kirchen Europas zu bitten, etwas zu diesem Kirchbau beizusteuern und so ihrem Friedensauftrag und dem ihrer Kirchen auf die Beine zu helfen.

Wie wichtig der Einsatz für den Frieden in der Region sind, zeigte sich erst am Wochenende nach dem Besuch der Delegation: In Kigali, der Hauptstadt Ruandas, explodierten nahezu zeitgleich drei Bomben. Ob die ruandischen Rebellen, die Opposition oder die Regierung selbst hinter diesen Anschlägen stecken, kann zurzeit noch niemand sagen. MD