Predigt gegen Schubladendenken

Rubrik:

Geleiteten Hauke Steinhardt (4. von links) in den festlichen Einführungsgottesdienst (von löinks): Presbyterinnen Marita Wolniak und Bettina Gesing, Superintendent Reiner Rimkus, Pfarrerin Dr. Christiane Saßmann und Pfarrer Wolfgang Henke. FOTO: FW SIEPMANN

HERNE – In einem festlichen Gottesdienst am 11. Sonntag nach Trinitatis ist Hauke Steinhardt aus der Kreuzkirchengemeinde in sein neues Amt als Laienprediger eingeführt worden. Seit einigen Jahren war Steinhardt im Kindergottesdienst aktiv, bevor er sich entschloss, auch in Erwachsenengottesdiensten auf die Kanzel zu treten. Nun ist er berechtigt, das Wort zu verkündigen und die Sakramente Taufe und Abendmahl zu verwalten. Außerdem wurden in dem Gottesdienst Christa Hartmann als langjährige Vorsitzende der Frauenhilfe des Bezirks Stadtgarten verabschiedet und Karin Prüß als ihre Nachfolgerin und Heike Nagel als Bezirksfrau neu eingeführt.

Im Vorfeld hatte Hauke Steinhardt Superintendent Reiner Rimkus gebeten, in der Ansprache über seinen Konfirmationsspruch aus Psalm 33,4 („Denn des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.“) zu sprechen. „Ich bin mit einem Text am Ziel, wenn ich merke, dass ich darin vorkomme“, zitierte Rimkus den Theologen Helmut Thielicke. Steinhardt habe seinen Konfirmationsspruch zu seinem eigenen Bekenntnis werden lassen. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieses Wort durch Ihre Verkündigung auch für andere zum Bekenntnis werden lassen“, sagte der Superintendent.

In seiner Predigt über das Gleichnis vom Pharisäer („Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Leute…“) und Zöllner („Gott, sei mir Sünder gnädig!“) aus Lukas 18 stellte Steinhardt fest, dass auch in Kirchengemeinden „andere Leute“ oft vorschnell in Schubladen gesteckt würden. „Was will der denn hier?“ – das habe er selbst gedacht, als er vor einiger Zeit einen Wohnungslosen im Kindergottesdienst habe sitzen sehen, erzählte er. „Jesus will mit dem Gleichnis aufrütteln, uns daran erinnern, dass Gott beim Ansehen der unterschiedlichen Menschen keine Unterschiede macht“, sagte Steinhardt.